Trainingslager in Szentes (Ungarn)

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Intensive Trainingstage für die Damen Elite Athletinnen.

 

Trainingslager in Szentes 14.-17.02.2018

Top organisiert, anstrengend und lehrreich. So lässt sich wohl das 4-tägige Trainingslager in Ungarn am besten beschreiben. Die Damen Elite Nationalmannschaft profitiert von einer perfekten Infrastruktur und harten Trainingsgegnern und es werden wichtige Erkenntnisse und Erfahrungen gemacht, um dem Ziel «EM-Qualifikation» wieder einen Schritt näher zu kommen. Für vier Tage können sie sich voll und ganz aufs Wasserball konzentrieren. Ein tolles Gefühl, denn sonst muss das aktuell sehr hohe Trainingspensum neben Schule und Arbeit integriert werden, damit sie in rund zwei Monaten bereit sind für das intensive EM-Qualifikations-Turnier.

Reisetag und erste ungarische Kontakte.
Die Reise beginnt am Donnerstag am Euro Airport in Basel mit dem Flug nach Budapest. Nach dem kurzen Flug folgt ein Transfer mit dem Bus nach Szentes – einer absoluten Wasserball Hochburg. In kleinen Häusern zu viert einquartiert, folgt auch schon die erste Belastung im Kraftraum. Während 1.5 Stunden wird die Reise weggedehnt und die Muskeln aktiviert... Überaus wichtig, denn am Abend spielen die Schweizerinnen gegen die Damenmannschaft des Ortes. Ein Team, welches sich aktuell in der starken ungarischen Profi-Liga im Mittelfeld befindet. Trotz einiger guter Aktionen der Schweizerinnen können sie noch nicht ihre volle Stärke abrufen. Dennoch können sie den einen oder anderen Trick von den Profispielerinnen lernen und ihre einstudierten Spielzüge gegen eine harte Verteidigung ausführen, wie sie es auch an den Zielturnieren (z.B. EM-Qualifikation, EU Nation Turnier) antreffen werden.

Sprint, Sprint, Sprint... Immer wieder erfrischend.
Am Freitag, dem ersten kompletten Trainingstag der Schweizerinnen, startet das Training im Wasser. Sprinten lautet die Devise. Die vergangenen Kaderlehrgänge, Club- oder Individualtrainings zahlen sich aus, denn die Athletinnen sind fit und schwimmen schnell. Nach dem Spiel wird zusammen mit den Ungarinnen noch Über- und Unterzahl trainiert. Auch hier können die besprochenen Spielzüge gegen eine aggressive Verteidigung gefestigt werden. Ein harter Morgen wird belohnt mit einem guten Mittagessen, wo die Spielerinnen ihre Energiespeicher wieder aufladen können. Das Essen im Sportzentrum in Szentes ist überaus lecker und nahrhaft. Mit vollen Speichern wird am Nachmittag der Kraftraum erobert und anschliessend folgt ein zweites Trainingsspiel gegen die Jungs. Das Niveau der Jugendlichen ist in Ungarn deutlich besser, als wir es in der Schweiz vorfinden und so ist dieses Spiel für Kraft, Technik und Taktik sehr wertvoll. Und die Ungaren werden von den Schweizerinnen überrascht! Heute sind sie nämlich trotz Trainingsbelastung voll anwesend und von der Reisemüdigkeit ist nichts mehr zu sehen. Der intensive Tag wird mit einem Team-Abend abgeschlossen: Gemeinsam schiessen sie die Kugeln mal nicht im Wasser hin und her, sondern über die Bowlingbahn. Es gibt zwar einige talentierte Ausnahmen, aber grundsätzlich ist es gut, wenn die Schweizerinnen beim Wasserball bleiben. Es ist ein gelungener Tag fürs Team und sicher können alle nach diesen Erlebnissen ganz tief und fest schlafen. Auch wenn eine laute Grille in einem Haus für etwas Gesang sorgt.

Die Müdigkeit schlägt zu.
Am Samstag fühlen die Athletinnen den vergangenen Tag noch etwas in den Muskeln. Deshalb starten sie mit einem ausgiebigen Dehnen und Krafttraining in den Tag. Danach verdienen sie sich zur Abwechslung mit etwas Sprinten und Schussübungen das leckere Mittagessen. In der Revanche am Nachmittag gegen die ungarischen Jungs gelingt den Schweizerinnen nach ersten Startschwierigkeiten ein gutes Spiel. Später können sie dann noch von den ganz Grossen lernen: Zusammen schauen sie sich ein Spiel der Herren Elite in Szentes an. Eindrucksvoll und emotional.

Spielen und Lernen vom Überraschungsgast.
Am Sonntag ausschlafen und einen leckeren Brunch geniessen? Nicht bei den ehrgeizigen Damen Wasserballerinnen der Schweiz. Hier lautet das Programm: Frühstück um 8:00 Uhr und zwei Stunden Trainingsspiel gegen die bereits bekannten Gegner. Wasserball am Morgen? Die Schweizerinnen sind der Herausforderung gewachsen und überraschen die Gegner mit tollen Angriffen und einer hartnäckigen Verteidigung. Taktisch die beste Leistung der Schweizerinnen am Ende des Trainingslagers... Da ist also einiges gegangen! Körperlich konnten die Athletinnen der Belastung auch sehr gut standhalten und von Einbrüchen am letzten Tag fehlte jede Spur. Am Nachmittag werden die Spielerinnen noch mit einem Gastauftritt überrascht: Tibor Fülöp, Co-Trainer von Dunaujvaros (eine starke ungarische Damenmannschaft) zeigt ihnen tolle Übungen und Techniken für die schnelle Bewegung im Wasser. Wissenshungrig ziehen die Spielerinnen auch diese Challenge bis zum Ende durch und steigen dann um 16:00 Uhr in den Transfer-Bus ein.

Ein weiterer Schritt für die Verwirklichung ihres Traums.
Zusammenfassend waren die vier Tage in Szentes ein voller Erfolg. Die Infrastrukturen mit grossen Becken zum Schwimmen und Spielen, dem Kraftraum, den Unterkünften und den Mahlzeiten waren perfekt und haben den Spielerinnen optimale Bedingungen zum Trainieren beschert. Auch Trainer Janos Halapi hat sich in seiner Heimat pudelwohl gefühlt und konnte seinen Spielerinnen neben harten Trainings auch ungarische Spezialitäten präsentieren. Das Team hat neben Kraft- und Ausdauertrainings vor allem von den starken Trainingsgegnern profitiert. Nur so kann die Theorie auch in der Praxis angewendet und perfektioniert werden. Neben der körperlichen Leistung war auch die Stimmung im Team grossartig. Es wird viel gelacht und die Motivation ist überaus gross. So lassen sich rund 4 Stunden Krafttraining, 6 Stunden Trainingsspiel und 8 Stunden Wassertraining durchaus meistern. Die EM-Qualifikation im April als grosses Ziel vor Augen, leistet das Team einen grossen Einsatz und arbeitet hart für seinen Traum – bis zum nächsten Kaderlehrgang am 9./10. März wieder zu Hause in den Clubs oder im selbstständigen Training.

 

Bericht/Bilder: M.Kratzer

Read 589 times Last modified on Dienstag, 19 Februar 2019 15:13

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