Neuer Verantwortlicher für die Nationalliga Damen

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Nach fünf Jahre als Damentrainer des SC Winterthur wollte sich Stephan Müller Ende der Saison eigentlich aus dem Wasserball zurückziehen. Doch so, wie er aus Not am Mann damals Trainer geworden ist, übernimmt der 49jährige selbständige Zahnarzt nun die Verantwortung für die Nationalliga Damen von Swiss Waterpolo.

Die Frage nach seiner Motivation, diesen Posten zu übernehmen, beantwortet Stephan Müller mit einem Namen: „Michael“. Als er vom Direktor von Swiss Waterpolo, Michael Badulescu, gehört hatte, dass die Damenliga in ihrer Existenz gefährdet ist, wenn sich nicht jemand bereit erklärt, die Verantwortung dafür zu übernehmen, sagte Stephan Müller ohne Zögern zu.

Der Zufall führt Regie
Denn zu stark ist ihm der Wasserballsport der Damen in den letzten Jahren ans Herz gewachsen. Obschon er eher zufällig in diese Sparte rutschte. Als Spieler begann Stephan Müller bei Zug, wechselte dann zu Aquastar und Kloten. Da dort die Spielerdecke dünner und dünner wurde und gleichzeitig in Winterthur Not am Mann war, wechselte er mit seinem Sohn und zwei weiteren Spielern zum SCW. Wo er dann nach dem Rücktritt der Trainerin der Damenmannschaft diese Aufgabe übernahm - weil einmal mehr Not am Nann war...

Mehr Leistungsbereitschaft gefordert
„Wir haben zu wenige Spielerinnen“, beschreibt Stephan Müller das Problem im Schweizer Damenwasserball, „in Ungarn stehen den Clubtrainer beispielweise 30 Spielerinnen eines Jahrganges zur Auswahl zu Verfügung. Dazu kommt, dass viele Schweizer Spielerinnen Wasserball nur aus Spass betreiben und nicht bereit sind, mehr Zeit ins Training zu investieren. „Und dann sind sie frustriert, wenn sie verlieren, obwohl Niederlagen oft auf zu wenig Training zurückzuführen ist – ein Teufelskreis.“

Parallelen zu den Herren
Um aus diesen ausbrechen zu können, braucht es für der Vater von Leo Müller, der in der 1. Mannschaft des SC Horgen spielt, neben mehr Leistungsbereitschaft der Spielerinnen auch mehr Meisterschaftsspiele. So möchte er seine Idee, die er vor Jahren schon einmal mit Clubverantwortlichen diskutiert hat, und die ab nächste Saison bei den Herren realisiert wird – die „Swiss Trophy“, eine Vorsaison ohne Ausländerinnen – nochmals zur Diskussion stellen.

(Mittwoch, 2. Juli 2014 / wb)

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