Schlussbericht: EU Nations Waterpolo Cup 2016 in Malta

Written by

 

Das Schweizer Nationalteam reiste mit gemischten Gefühlen in den südeuropäischen Inselstaat. Die Gruppenauslosung zeigte schon im Vorfeld starke Gegner, und man wusste den eigenen Formstand nicht so recht einzuschätzen.  Aber bereits in der Auftaktbegegnung  gegen Schottland zeigte die Mannschaft Biss und konnte sich letztendlich in einem hartumkämpften Spiel durchsetzen. Dieser Sieg gab Moral für das nächste Spiel gegen Dänemark. Die Nordländer zeigten sich äusserst kampfstark und das Resultat wechselte ständig hin und her. Im dritten Spielabschnitt vermochte man aber die Vorentscheidung herbei zu führen und den Sieg im Schlussviertel sicher zu stellen.

Der erste schwere Brocken wartete mit Polen auf das Sterzik Team. Der Gegner galt als Favorit und alles andere als ein Sieg wäre eine Überraschung gewesen. Aber die Schweizer zeigten von Anfang an, dass sie nicht willens waren, sich ohne Kampf geschlagen zu geben. Sie zeigten vor allem im Spiel Mann gegen Mann eine starke Präsenz und konnten manchen Ball schon früh erkämpfen, was immer wieder zu aussichtsreichen Kontern führte.  Die Polen wirkten ob dieser Gegenwehr wie gelähmt und mussten zum Schluss die Niederlage diskussionslos anerkennen. Diese Begegnung war wohl eine der besten, welche eine Herren Elite Mannschaft in den letzten Jahren abgeliefert hatte.

Im letzten Gruppenspiel gegen Malta fehlte dann die Kraft, um gegen diesen Gegner bestehen zu können. Die Konzentration galt nun ganz dem letzten Spiel um Bronzé gegen Oesterreich . Unser östlicher Nachbar zeigte schon in den Gruppenspiel en konstant gute Leistungen und wirkte als Team sehr homogen und ausgeglichen. Die Eidgenossen mussten schon einen starken Auftritt bieten, um die Broncémedaille schliesslich in den Händen zu halten. Nach einem abwartenden Beginn setzten sich die Schweizer im zweiten Viertel mit 5:2 Toren scheinbar vorentscheidend ab. Lange schien das Spiel entschieden. Aber Mitte des letzten Umgangs erhielt Coach Sterzik ungerechtfertigt die rote Karte, was seine Mannschaft ziemlich verunsicherte, und den Oesterreichern Auftrieb verlieh.  Aber mit ein bisschen Glück und Cleverness gelang es schliesslich, den Sieg über die Zeit zu retten, und den 3. Turnierrang sicher zu stellen.

Auf diesen Erfolg können die Mannschaft und das Schweizer Wasserball Stolz sein. Vier Siege in fünf Begegnungen sind eher selten, widerspiegeln aber das starke Momentum der Spieler. Von Coach Sterzik taktisch hervorragend eingestellt, haben sie die Vorstellung richtig umgesetzt, und sich damit zum grossen Erfolg  verholfen. Die Siege waren keine Selbstläufer, sie mussten hart erkämpft werden. Die Games waren resultatmässig allesamt sehr knapp und es zeugen vom Willen der Schweizer, das Wasser unbedingt als Sieger verlassen zu wollen. Diese Stärke und die Fortschritte wurden auch seitens der andern Teamverantwortlichen lobend anerkannt.

Die Mannschaft zeigte ebenso ein neues Gesicht, sind doch mit Leo Müller, Joel Herzog und Alexander Hermann (spielt in Hannover) drei neue Spieler aufgeboten worden. Diese Akteure haben sich gut ins Team eingefügt und mit Hermann gab es auf der Centerposition eine Alternativmöglichkeit.

Leider teilte der Oliver Fröhli mit, dass dies sein letztes Spiel für die Schweiz war. Nachdem er kürzlich Vater geworden ist, stellt er nun andere Prioritäten in den Vordergrund. Mit Oliver Fröhli, dem langjährigen Captain mit über 100 Länderspielen, verliert das Team eine Persönlichkeit, die sich im und neben dem Wasser als eine prägende Persönlichkeit erwies. Der Schweizer Wasserball bedankt sich bei Oliver für seinen grossen Einsatz zugunsten dieses wunderschönen Sports.

CH-Team:  Henzi Luka, Müller Kevin, Lucato Ricardo, Herzog Marc, Fröhli Oliver, Velikov Stefan, Bjelajac Petar, Herzog Joel, Damjanov Luca, Pleyer Robin, Müller Leo, Cassina Amedeo, Hermann Alexander

Staff: Uwe Sterzik, Coach / Ruedi Stöckly, Teamchef

CH-Gruppenspiele:

CH - Schottland 8:6
CH - Dänemark 6:5
CH - Polen 6:4
CH - Malta 8 : 19


Rangliste:

Gruppe A
1. Südafrika  2. Austria   3. Irland  4. Wales    5. Litauen  

 
Gruppe B
1. Malta 2. Schweiz 3. Polen 4. Dänemark 5. Schottland


Finalspiele:

Um den Finalsieg:           MALTA – Südafrika 14:13
Um Bronzé:                       SCHWEIZ – Austria  8:7

Read 1562 times Last modified on Montag, 23 Mai 2016 11:01